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Östrogendominanz:

Wenn dein Körper dir zeigt, dass etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist

Du kennst das Gefühl.

Du bist reizbar, obwohl du eigentlich gar keinen Grund hast.

Deine Brust spannt so stark, dass du nachts kaum schlafen kannst.

Die Periode kommt und legt dich quasi flach, Schmerzen, starke Blutung, Erschöpfung.

Und irgendwo sitzt dieses nagende Gefühl: Warum bin ich so? Das war doch früher nicht so.

 

Vielleicht hast du schon gegoogelt. Vielleicht hast du schon mit deiner Ärztin gesprochen und gehört: "Die Werte sind unauffällig." Und du dachtest: Aber ich bin nicht unauffällig. Ich leide.

Heute möchte ich dir etwas erklären, das ich selbst lange nicht auf dem Schirm hatte und das so viele Frauen betrifft, ohne es zu wissen.

 

Es heißt Östrogendominanz.

Was ist Östrogendominanz überhaupt?

Östrogendominanz bedeutet nicht zwingend, dass du zu viel Östrogen im Blut hast.

Es bedeutet, dass dein Östrogen im Verhältnis zu Progesteron zu hoch ist.

Das ist ein wichtiger Unterschied.

Stell dir die beiden Hormone wie ein Duo vor, das sich gegenseitig in Balance hält.

Östrogen ist das "aufbauende" Hormon, es bereitet den Körper in der ersten Zyklushälfte auf einen möglichen Eisprung vor.

Es sorgt für Energie, eine gute Stimmung, Libido und straffe Haut.

 

Progesteron übernimmt in der zweiten Zyklushälfte nach dem Eisprung.

Es beruhigt, schützt die Gebärmutterschleimhaut und wirkt ausgleichend auf das Nervensystem.

Wenn Progesteron fehlt oder sinkt, aus welchen Gründen auch immer, kann Östrogen dominieren. Selbst dann, wenn der Östrogenwert im "Normalbereich" liegt.

 

Und genau das passiert vielen Frauen ab Mitte 30, spätestens in der Perimenopause.

Welche Symptome deutet auf Östrogendominanz hin?

Das Tückische: Die Symptome sind so alltäglich, dass wir sie oft als "normal" abhaken.

Als etwas, das halt dazugehört. Zum Frausein. Zum Stresshaben. Zum Älterwerden.

Dabei sind es Signale. Dein Körper spricht mit dir.

 

Diese Zeichen können auf Östrogendominanz hinweisen:

  • Starke Stimmungsschwankungen, besonders in der zweiten Zyklushälfte
  • Gereiztheit oder innere Unruhe, die du dir nicht erklären kannst
  • Spannungsgefühle oder Schmerzen in der Brust
  • Wassereinlagerungen, vor allem vor der Periode
  • Gewichtszunahme, besonders an Hüften und Bauch
  • Starke oder schmerzhafte Periode
  • PMS, das sich steigert, emotional, körperlich, beides
  • Schlafprobleme, besonders in der zweiten Zyklushälfte
  • Kopfschmerzen oder Migräne vor der Periode
  • Das Gefühl, emotional "drüber" zu sein, überempfindlich, zu viel, zu nah

Erkennst du dich darin wieder? Nicht in einem Punkt, sondern in mehreren?

 

Dann ist das kein Zufall. Und du bist damit nicht allein.

Warum entsteht Östrogendominanz?

Jetzt kommt der Teil, der mich damals wirklich aufgewühlt hat.

Denn die Ursachen sind nicht abstrakt. Sie sind mitten in unserem Alltag.

1. Chronischer Stress

Das ist der größte Faktor und der, den ich aus meiner eigenen Geschichte am besten kenne.

Wenn wir dauerhaft unter Stress stehen, produziert unser Körper mehr Cortisol. Cortisol und Progesteron konkurrieren um denselben Ausgangsstoff: Pregnenolon.

Im Dauerstress gewinnt Cortisol, weil der Körper Überleben priorisiert. Progesteron wird quasi "geopfert".

Das Ergebnis: weniger Progesteron, relatives Übergewicht an Östrogen.

Und wir Frauen in der zweiten Lebenshälfte, wir mit den Kindern, den Jobs, den Verantwortlichkeiten, wir kennen Dauerstress. Nicht als Ausnahme. Als Normalzustand.

 

Ich habe das am eigenen Leib gespürt. Jahrelang Migräne, ein Körper im Funktionsmodus, kein echtes Durchatmen, bis mein Nervensystem irgendwann mit einer Vagusnerventzündung einfach die Reißleine gezogen hat. Das war brutal. Aber es war auch der Moment, in dem ich aufgehört habe, meinen Körper zu ignorieren.

2. Xenoöstrogene - hormonähnliche Substanzen von außen

Das klingt kompliziert, ist es aber nicht. Xenoöstrogene sind chemische Verbindungen, die im Körper wie Östrogen wirken, ohne welches zu sein. Sie docken an dieselben Rezeptoren an und verstärken die östrogene Wirkung.

Wo begegnen wir ihnen?

  • In Plastikverpackungen, besonders wenn Lebensmittel in Kontakt mit Plastik kommen
  • In vielen konventionellen Kosmetika, Parabene, bestimmte UV-Filter, synthetische Duftstoffe
  • In Pestiziden auf nicht-biologischen Lebensmitteln
  • In manchen Reinigungs- und Haushaltsprodukten

Das bedeutet nicht, dass wir alle perfekt leben müssen. Aber es bedeutet, dass es sich lohnt, bewusster hinzuschauen.

Was kommt täglich auf und in unseren Körper?

3. Die Leber - deine stille Verbündete (oder Überlastete)

Die Leber baut überschüssiges Östrogen ab. Sie verarbeitet es, verändert es in eine ausscheidbare Form und schickt es über Darm und Niere aus dem Körper.

Wenn die Leber überlastet ist, durch Alkohol, viel Zucker, Stress, wenig Schlaf, Medikamente, stockt dieser Prozess.

Östrogen wird schlechter abgebaut und zirkuliert länger im Körper.

 

Auch der Darm spielt hier eine unterschätzte Rolle. Wenn die Darmflora aus dem Gleichgewicht geraten ist, kann abgebautes Östrogen über den Darm wieder rückresorbiert werden.

Das klingt absurd, ist aber gut belegt.

4. Fehlender Eisprung in der Perimenopause

Das ist der Punkt, der viele Frauen überrascht.

In den Jahren vor der Menopause, der Perimenopause, die oft schon Mitte 30 beginnt, bleibt der Eisprung zunehmend aus.

Kein Eisprung bedeutet: kein Progesteron aus dem Corpus luteum. Östrogen steigt in der ersten Zyklushälfte trotzdem noch, aber Progesteron kommt nicht nach.

 

Das ist ein natürlicher Prozess. Aber er erklärt, warum so viele Frauen ab 40 das Gefühl haben, sich selbst zu verlieren, emotional, körperlich, im Schlaf, in der Stimmung.

Was du jetzt tun kannst: kleine Schritte, die wirklich wirken

Ich sage dir ehrlich: Östrogendominanz lässt sich nicht über Nacht "heilen". Und ich bin nicht hier, um dir ein Wunderprogramm zu verkaufen.

Aber es gibt Dinge, mit denen du heute beginnen kannst. Kleine Dinge. Die nichts kosten außer Bewusstsein.

 

Stressregulation ist kein Luxus, sie ist Medizin

 

Wenn Cortisol dein Progesteron verdrängt, ist Stressreduktion ein hormoneller Eingriff. Kein Wellnessprogramm.

Keine Selbstverwöhnung.

Was hilft deinem Nervensystem runter zu regulieren?

  • Echte Pausen, nicht die, in der du aufs Handy schaust
  • Atemübungen, die den Vagusnerv aktivieren
  • Bewegung, die Freude macht (kein Leistungssport unter Stress)
  • Schlaf priorisieren, WIRKLICH

Schau, was täglich auf deinen Körper kommt

 

Du musst nicht alles umstellen. Aber eine Frage lohnt sich: Wo könnte ich Xenoöstrogene reduzieren, ohne mein Leben auf den Kopf zu stellen?

Vielleicht fängt es mit dem Shampoo an. Oder dem Aufbewahrungsbehälter für Lebensmittel. Kleine Stellschrauben, die sich über Zeit summieren.

 

Unterstütze deine Leber

  • Warmes Wasser mit Zitrone am Morgen
  • Bitterpflanzen wie Mariendistel, Artischocke, Löwenzahn
  • Weniger Alkohol, ich sage nicht keinen, ich sage: weniger
  • Kreuzblütlergemüse wie Brokkoli, Blumenkohl, Rosenkohl unterstützen den Östrogenabbau

Beweg deinen Darm

 

Eine gesunde Darmflora ist Teil des Hormonhaushalts. Das klingt weit hergeholt, ist aber aktueller Forschungsstand.

  • Probiotika aus fermentierten Lebensmitteln (Joghurt, Kefir, Kimchi, Sauerkraut)
  • Ballaststoffe für eine gute Darmpassage
  • Ausreichend Wasser

Lerne deinen Zyklus kennen

 

Das ist vielleicht das Wichtigste von allem.

Wenn du weißt, wo du im Zyklus stehst, verstehst du deine Symptome. Du kannst erkennen: Ah, das ist die zweite Zyklushälfte, das ist Progesteron-Mangel, das bin nicht ich als Mensch, das ist mein Hormonhaushalt.

Dieses Wissen allein kann so viel Druck rausnehmen.

Was ich dir mitgeben möchte

Du leidest nicht, weil du schwach bist. Du leidest nicht, weil du "zu sensibel" bist. Du leidest, weil dein Körper aus dem Gleichgewicht geraten ist und weil niemand dir das je erklärt hat.

Dein Körper kämpft nicht gegen dich. Er kämpft für dich. Und er braucht deine Unterstützung, keine Ignoranz.

 

Wenn du tiefer in das Thema einsteigen möchtest, in Zyklusbewusstsein, Nervensystemregulation und den Weg raus aus dem Dauerstress, dann bist du bei mir richtig.

 

Mein Workbook "Raus aus dem Funktionsmodus - 7 Tage, 7 kleine Schritte" ist genau für Frauen wie dich gemacht. Für die, die es satt haben zu funktionieren und endlich verstehen wollen, was ihr Körper ihnen schon lange sagen will.

 

[→ Hier geht es zum Workbook]

 

Und wenn du Fragen hast, schreib mir gerne, auf Instagram @echtsein oder direkt per Mail. Ich bin für dich da.

 

Du bist nicht zu viel. Dein Körper braucht nur endlich jemanden, der zuhört.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenn du unter starken Beschwerden leidest, wende dich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt, am besten an jemanden, der hormonkundlich versiert ist.


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